Antoni Gaudì (25. Juni 1852-10. Juni 1926)

 

Geboren in Katalanien, als Sohn eines Kupferschmiedes, war er von Kindheit an mit der Gestaltung von geometrischen Formen vertraut. Als Kind litt er unter schwerem Rheuma, so dass er nicht mit anderen Kindern draußen spielen konnte. Das führte dazu, sich intensiven Naturbeobachtungen hinzugeben und ihren Formenschatz zu studieren.

 

Als Student der Architektur wurden seine Arbeiten eher als schlecht bewertet, bei seinem Abschluss 1878 orakelte der Direktor: „Wer weiß, ob wir den Titel einem Verrückten oder einem Genie gegeben haben – nur die Zeit wird es uns sagen.“ Dass er in einer unorganischen, eckig-geradlinig strukturierten Architekturschule keine Lorbeeren gewann, ist nicht weiter verwunderlich. Geschätzt wurde aber schon damals seine außerordentliche Fähigkeit, kreativ zu zeichnen.

 

Er besaß eine große inspirative Vorstellungsgabe und entwickelte die meisten seiner Bauwerke während des Bauens, im Prozess des Tuns, geleitet von seinen Inspirationen, die aus dem unendlichen Fundus des natürlichen Formenschatzes gespeist wurden. Wie die Natur, vereinte er Form und Funktionalität zu einem organischen Ganzen, das mit sehr vielen liebevollen Details ausgestaltet wurde. "Organisches Bauen" könnte man seine Baukunst auch nennen. Sein Formenspiel erinnert an den "Modernisme", eine katalanische Spielart des Jugendstils, wobei er als architektonischer Pionier maßgeblich dessen Ausrichtung definierte. Typisch für seine Baukunst waren geschwungene Linien, unregelmäßige Grundrisse, schräg gemauerte Stützen, naturnahe weiche Formen mit Motiven der Flora und Fauna. Weitere Vorlieben waren Bruchsteine und bunte Keramikfliesen, die er als Gestaltungselement in seinen Bauwerken verwenden ließ. Gaudí lehnte die gotischen Strebebögen verächtlich als „Krücken“ ab und benutzte stattdessen schräge Baupfeiler. Er prägte eine neue architektonische Formensprache, und vereinigte viele Stile und inspirierte zu neuen Bautechniken in seinen Werken.

 

Sein bekanntestes und größtes Werk ist die "Templo Expiatorio de la Sagrada Família" - zu deutsch: Sühnekirche der Heiligen Familie, die bis heute unvollendete römisch-katholische Basilika in Barcelona. Sie wird von ihm folgenden Künstlern noch vollendet.

 

Alle seine Werke wurden von der UNESCO in das Weltkulturerbe aufgenommen.

 

Mögen diese wenigen Zeilen genug sein, um sich zu tieferer Beschäftigung mit seinem umfassenden Werk inspirieren zu lassen. Die hier dargestellten Bilder sind nur ein ganz minimaler Ausschnitt seines Wirkens.

 

 

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