Friedensreich Hundertwasser (* 15. Dezember 1928 in Wien; † 19. Februar 2000 an Bord der Queen Elizabeth 2 bei Neuseeland), bürgerlich Friedrich Stowasser, auch Friedensreich Regentag Dunkelbunt Hundertwasser, war ein österreichischer Künstler, der vorrangig als Maler, aber auch in den Bereichen Architektur und Umweltschutz tätig war. Er war Naturphilosoph und Architekt, der sich Zeit seines Lebens für Natur- und menschengerechte Architektur einsetzte. Seine akademische Karriere war nur kurz, drei Monate Studium an der Akademie für bildende Künste in Wien, die er abbrach. Umso intensiver befasste er sich mit seiner Vision vom Leben und Arbeiten in und mit der Natur.

Er war ein bewegter, bewegender und unbequemer Zeitgenosse, der oft für öffentliche Provokationen sorgte. So zerriss er den großen österreichischen Staatspreis vor laufender Kamera anläßlich der Besetzung der Hainburger Au zur Verhinderung des Kraftwerksbaus.

 

Sein "Verschimmelungsmanifest" ist eine Streitschrift wider der funktionellen "kriminell sterilen" Architektur, wider der "Kult des rechten Winkels", des seelenlosen Bauens. Er tritt dafür ein, dass jeder nach Belieben sein eigenes Haus gestalten dürfe, und, dass es das Recht jedes Mieters sein müsse, nach dem Einzug mit der Gestaltung der Räume selbst beginnen zu dürfen, statt die Gestaltung zu diesem Zeitpunkt als abgeschlossen zu betrachten.

 

Vielfalt anstelle von Monotonie, das Organische und Unreglementierte anstelle des Rastersystems, farbenprächtige Lebendigkeit und Ungeradlinigkeiten sind prägende Elemente aller seiner Entwürfe. In den 70er Jahren fertigte er Architekturmodelle seiner Ideen.  In diesen Modellen schuf er architektonische Formen wie das Augenschlitzhaus, das Terrassenhaus und das Hoch-Wiesen-Haus, später kamen die Modelle Grubenhaus, Spiral-Haus, die Begrünte Tankstelle sowie die „Unsichtbare und unhörbare Autobahn“ hinzu. Seit den frühen 1980er Jahren betätigte sich Hundertwasser als „Architekturdoktor“, wie er sich selbst bezeichnete. Mit dem Bau der Wohnhausanlage der Gemeinde Wien (Architekten Krawina und Pelikan) in der Löwengasse begann seine eigentliche Arbeit im Bereich der Architektur. In der konfliktreichen Entstehung dieses Baus galt es für ihn, ein Heim für Baum und Mensch zu schaffen.

 

Bekannte Projekte sind die Waldspirale von Darmstadt, das Autobahnrasthaus von Bad Fischau, das Kunsthaus Wien, Wohnen in den Wiesen in Bad Soden, eine Wohnhausanlage in Wien sowie die Zitadelle von Magdeburg.

 

Weitere Werke von ihm sind der Entwurf von Briefmarken, ein lateinisch-deutsches Schulwörterbuch "der kleine Stowasser" sowie eine mit 80 Abbildungen gestaltete Bibel.

 

Zeit seines Lebens setzte er sich für den Schutz der Natur "vor den Überfällen des Menschen" ein: "Wir haben die Pflicht, das Wasser der Natur so sauber zurückzugeben, wie wir es bekommen haben." In Neuseeland ließ er sich ab den 70er Jahren nieder, war "Wahl-Neuseeländer" und baute sich dort ein energieautarkes Haus mit Humustoilette und Pflanzekläranlage inmitten schöner Natur. Dort experimentierte er auch mit Dachbegrünungen.

 

Auf einer Rückreise von Neuseeland verstarb er am 19. Februar 2000 an Bord der Queen Elisabeth II an Herzversagen. Gemäß seinem Wunsch wurde er nackt in eine von ihm entworfene "Koruflagge" (ein sich entrollender Farnwedel) gehüllt unter einem Tulpenbaum beerdigt.

 

Weitere Informationen unter http://www.hundertwasser.at/

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